Hallo lieber Blog.

Heute ist es soweit. Ich hab noch eine Stunde Zeit bevor wir uns fertig machen, um heute einen weiteren Schritt in Richtung Gourmet zu machen. Es soll da ja eine gute „How to“-Anleitung im Netz geben.

Wir gehen in den Roten Elefanten. Du wirst sagen, das ist doch nichts Neues – da warst du schon mehrfach und fandest es nie wirklich dolle – aber: dort hat der Besitzer gewechselt und laut Instagram gibt’s dort jetzt ziemlich nicen stuff, den man sich in die Kasperbude schieben kann. Wir werden sehen. In der Zwischenzeit nutze ich diese Stunde um dir von meinem Januar zu berichten.

Julia rennt nebenbei rum und geht sogar in den Hausflur. Das kann eigentlich nur bedeuten, dass sie Sachen in den Keller räumt. Das macht mich etwas nervös. Naja.

Mixed-up First Love (Band 1-8 von 9)

Das Jahr 2023 endete für mich mit einer eher ungewöhnlichen Lektüre. Julia hat es ins Haus gebracht und wenn es schon mal da ist, dann les ich da auch rein.

Mixed up first Love ist eine Liebesvierecksgeschichte über 4 Jugendliche, die mit ihrer Gefühlswelt klar kommen müssen. Wie es für Mangas nicht ungewöhnlich ist, geht es hier nicht nur um Heterobeziehungen. Normalerweise bin ich da nicht die Zielgruppe, aber – Horizont erweitern und so.

Naja was soll ich sagen. 8 der insgesamt 9 Bände habe ich jetzt durch. Es hat mich also wider Erwarten doch mehr mitgerissen, als ich gedacht hätte. Oftmals habe ich mich zu Julia umgedreht und mich bei ihr beschwert wie unsinnig die Entscheidungen der Charaktere sind. Aber die unbestreitbare Komik, die mit einem Radiergummi beginnt, über Ski-Orakel und Sumo-Ringer-Spitznamen bis hin zu Hotelgeistern reicht, macht durchgehend Spaß und ist sehr kurzweilig. Außerdem wird man in eine Zeit versetzt, in der soetwas wie Händchen halten noch die größte Hürde war die man sich vorstellen kann…

Die gesellschaftlichen Probleme die für LGBTQiA+ Personen immernoch vorherrschen, werden sehr subtil eingearbeitet, obwohl es erst gegen Ende wirklich thematisiert wird.

Die Bände riechen angenehm warm, wie ein Winterschal in den man sich einmümmeln will und dieses Gefühl begleitete mich auch beim Lesen. Band 4 riecht sogar nach Keksen ❤️

Invincible (Sammelband 10 bis 12 von 12)

Da du ein Blog bist, vermute ich du kennst dieses Gefühl nicht, das man hat wenn man eine Filmreihe, ein dickes Buch, eine lange Serie oder ähnliches abgeschlossen hat mit der man viel Zeit verbracht und sich wirklich hineingesteigert hat. Es ist ein Gefühl von Leere und die Frage was man nun mit sich anfangen soll, weil man diese tolle Zeit gern wieder hätte, die man mit dem Medium verbracht hat. Die Finnen haben bestimmt ein Wort für dieses Gefühl. Die haben für alles ein Wort. Wer ein Wort für das Zu-lange-im-Bett-liegen-obwohl-man-längst-hätte-aufstehen-müssen-Gefühl hat, der hat für alles ein Wort. #hurkledurkle

Also zurück zu diesem unbetitelten Gefühl der Leere. Exakt in dise Gefühlslage bin ich verfallen, nachdem ich die letzten 3 Sammelbände von Invincible gelesen habe. Ich mache es kurz: Für mich aktuell die beste Superheldengeschichte in Comicform. Robert Kirkman macht sich selbst darüber lustig, dass er immer wieder darauf angesprochen wird, warum er jahrzehntelang nur an den gleichen 3 Geschichten schreibt. Die Antwort ist eigentlich naheliegend. Wenn man so großartig darin ist, Geschichten zu erzählen ohne irgendwann den Faden zu verlieren, neue Aspekte einbaut, Charakterentwicklungen wie aus dem Lehrbuch schafft und Twists und Turns dann einbaut wenn sie notwendig sind, warum sollte man dann aufhören bevor man am Ende angekommen ist? Ich hab zwar geschrieben ich mache es kurz, aber das schaffe ich wohl doch nicht. Ich habe ja noch nichtmal angefangen.

Nach The Walking Dead habe ich jetzt also den zweiten Kirkman-Comic-Epos abgeschlossen und bin von beidem absolut begeistert. Ich habe das Gefühl, dann muss ich Battle Pope irgendwann wohl doch mal eine Chance geben. Zombies und Superhelden, ok. Aber ein kampfwütiger Papst? Also Robert ich weiß nicht so wirklich…

Invincible! Vielleicht hast du die Amazon Prime Serie über Mark Grayson, den Sohn des mächtigsten Superhelden der Erde bereits mitbekommen. der sich immer wieder größeren Widerständen entgegen stellen muss. Oftmals funktioniert das nicht, ohne dass hier und da (eine Menge) Blut fließt. Aber holy moly – was in der Serie gezeigt wird ist gerade mal die Spitze des Eisbergs! Zu welchem epochalem Ausmaß sich die Geschichte entwickelt ohne unglaubwürdig zu werden ist absolut fantastisch. Viel mehr will ich eigentlich gar nciht verraten. Nur so viel noch: Dass sich „Allen der Alien“ in die Herzen der Fans katapultiert, ist keine Überraschung, aber allein die Gesamtgeschichte von „Robot“ könnte ein eigener preisgekrönter Comic sein.

Wenn es eine Comicreihe schafft, dass ich nach dem Ende direkt Lust habe nochmal von vorne zu beginnen, dann weiß ich, ich habe hier eine Geschichte im Schrank stehen, zu der ich mit Freude regelmäßig zurück kommen werde.

Die Bände riechen allesamt massiv nach Farbeimer. Nach einem ROTEN Farbeimer. If you know what I mean.

Dass ich die Bände regelmäßig von meinem Schwiegervater geschenkt bekommen habe, ist auch eine nette Bonuserinnerung. Ich glaube er hat keine Ahnung worum es da eigentlich geht.

Black Hammer

Also saß ich nun da, mit meinem Gefühl der Leere und fragte mich wie ich diese Lehre füllen kann. Mit Pomelo natürlich! Die beste Frucht die unser Planet zu bieten hat. Und dann habe ich Black Hammer im Regal entdeckt. Den ersten Band hatte ich mir vor Jahren gekauft als die Reihe frisch bei Splitter erschienen ist. Superheldengeschichte die unkonventionell ist und die Regeln des Genre bricht. Das hört sich nach dem perfekten Anschluss für Invincible an. Leider musste ich recht schnell feststellen, dass der Zeichenstil – wie so oft bei Geschichten von Jeff Lemire – nicht so meins ist. Ein Kumpel hat sich selbst mal als Grafikhure bezeichnet. Ich weiß nicht genau, was das bedeutet. Aber ich schätze das bin ich auch…

Aber wie dem auch sei, es geht im Grunde darum, dass eine Heldentruppe nach dem Kampf gegen einen übermächtigen Gegner aus ihrem Universum geschleudert wird und fortan auf einer Farm leben muss, von der es kein Entkommen gibt. In dieser Welt gibt es keine Superhelden und niemand hat je von Black Hammer, Madame Dragonfly oder Golden Gail gehört. Als dysfunktionale Scheinfamilie müssen sie dort ihr Dasein fristen. Manche wollen weg, manche eigentlich nicht. Aber alles ist anders als es scheint.

Da ich die Story in Ordnung finde, die fetten Bände aber ausnahmsweise nicht im Regal haben muss, habe ich mich entschieden die restlichen Teile digital zu lesen. Das hat den Nachteil, dass ich den Geruch des ersten Teils, der nach Abraham Slams Lederboxhandschuhen riecht, nicht mehr in der Nase habe, aber auch den Vorteil dass ich wesentlich schneller voran komme. Wischen spart im Vergleich zu umblättern offenbar enorm an Zeit, wer hätte das gedacht.

Und nun, eine Woche später, habe ich die Hälfte der Hauptreihe und 4 weitere Spin-Offs gelesen. Dabei ist auffällig, wie oft Black Hammer sich an den Inhalten von bereits vorhandenen Werken bedient. Wie kann ich das am besten formulieren … heutzutage sagt man ja nicht mehr klauen – es ist eine Hommage. Natürlich. In diesem Fall habe ich Parallelen – oder direkte 1:1 Kopien – aus Neil Gaimans Sandman, Lovecrafts Cthulhu, Batman, Invincible, Lemires eigenem Sweet Tooth, Star Wars, Interstellar, Handmaids Tale sowie aus Marvels Inhumans, The Thing, Scarlet Witch und Galactus entdeckt. Ein Charakter (unnatürlich intelligent mit dem Vorhaben Leichen zum Leben zu erwecken) heißt Sherlock Frankenstein – nough said.

Insgesamt eine gute Reihe mit ausreichend neuen Ideen. Es geht ausnahmsweise mal nicht darum, dass Superhelden die Welt retten, sondern wie die Superhelden gerettet werden können. Black Hammer wollte mir zeigen wo der Hammer hängt, umgehauen hat es mich aber trotzdem nicht. To be fair – natürlich ist es schwer in die Fußstapfen von Invincible zu treten. Aber wenn man sich mit den Großen messen will, muss man dem direkten Vergleich auch standhalten.

Kleines Update

Wir sind zurück aus dem Roten Elefanten und ich darf dir sagen: das ist ab jetzt eine richtig gute Option zum Essen gehen.

Außerdem hat sich herausgestellt, dass Julia einfach nur aufgeräumt hat, während ich auf der Couch lag und diese Worte schrieb. Und das war tatsächlich auch ganz praktisch für mich. Hat sich doch ebenfalls herausgestellt, dass ich ihr nicht verraten habe, dass die morgige LAN Party bei uns stattfinden wird… Dass „Leute einladen“ und „Wohnung aufräumen“ irgendwie miteinander in Verbindung stehen hat mir mein Ingenieursverstand mal wieder verheimlicht. Jetzt steht also erstmal Wohnung aufräumen an.

Schöss. Das war’s.

Januar 2024 Comics

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