Unter Wasser hört dich niemand schreien

Eine Gruppe von Menschen befindet sich auf einer „Expedition“, in einer extrem lebensfeindlichen Umgebung. Alles was sie vor dem sicheren Tod bewahrt, ist die Außenhülle der Station, auf der sie sich befinden. Die Außenwelt kann nur mit speziellen Anzügen betreten werden. In der Station können sich die Protagonisten hauptsächlich auf engstem Raum, durch lange Gänge bewegen. Doch bald stellt die Besatzung fest, dass sie nicht allein sind. Ein unbekanntes Wesen, dass zuvor noch kein Mensch gesehen hat, hat es auf sie abgesehen. Wenn es hinein gelangt, ist alles verloren. 

Das klingt doch nach einem sehr bekannten Horrorfranchise, in dem eine gewisse Ellen Ripley den Ton angibt. Sechs Filme hat das Alien-Universum bereits hervorgebracht (wenn man die „Alien vs. Predator“-Crossover außen vor lässt, was jeder vernünftige Mensch auch tut). Die neueste Interpretation hat aber nichts mit Ridley Scotts Klassiker zu tun, sondern nimmt die Grundidee eines „Monsters im All“ und verfrachtet die ganze Geschichte meilenweit unter die Wasseroberfläche. Die ersten Trailer von „Underwater – Es ist erwacht“ erwecken durchaus den Eindruck, dass wir uns auf einen neuen Horrorfilm freuen dürfen, der die beklemmende Stimmung von „Alien“ einfängt und den Überlebenskampf gegen unmenschliche Ungetümer auf eine neue Art inszeniert. 

Ist „Underwater“ das neue „Alien“?

Während sich „Alien“ einige Zeit lässt, um die Story anzukurbeln und Charaktere zu etablieren, wirft uns „Underwater“ direkt in die Action. Kristen Stewart übernimmt den Part von Norah Price, die auf einer Bohrstation am Grunde des Ozeans arbeitet. Bereits in den ersten Minuten bemerkt Norah, dass die Station ein Leck hat und jeden Moment durch den gigantischen Wasserdruck implodieren kann. Es folgen Szenen wie beim Untergang der Titanic, in denen Wasserdruckwellen durch die Gänge schießen. Glücklicherweise ist Norah Maschineningenieurin und kann sämtliche Sicherheitstüren öffnen oder schließen. Ihr gelingt es, einige ihrer überlebenen Kollegen zu versammeln und sie erfahren, dass der einzige mögliche Rettungweg an die Wasseroberfläche über eine Außenstationstation führt. Um diese zu erreichen müssen sie sich ins offene Wasser hinauswagen und eine Meile zu Fuß überbrücken.

Es dauert nicht lang, bis sie bemerken, dass sie nicht die einzigen Lebewesen auf dem Meeresboden sind. Und der ozeanische Ureinwohner ist gar nicht glücklich darüber aus seinem Schlaf geweckt worden zu sein. Ein Lauf ums Überleben beginnt. Nicht nur, dass der Sauerstoff knapp wird, nun werden sie auch noch von einem hungrigen Raubtier gejagt. 

Oberflächlich oder Film mit Tiefgang?

Es gibt etliche Tropen, die wir aus Filmen dieser Art bereits kennen und leider werden viele davon auch in „Underwater“ bedient. Wenn die weiblichen Charaktere nicht in ihren Taucheranzügen sind, müssen sie natürlich in knappen Höschen und Sport-BH durch die Gegend rennen. Während den Männern lange Shorts und T-Shirts zugestanden werden, darf sich Kristen Stewart mit Unterwäsche begnügen. Grund genug für T.J. Millers Charakter, von dem man sich ganze 3 Sekunden erhofft, kein typischer T.J. Miller-Charakter zu sein, sich über seine „flachbrüstige“ Kollegin lustig zu machen, die ihm gerade das Leben gerettet hat. Logisch. Der Arschloch-Typ, den das Publikum mag, weil er oberflächliche Witze reißt, aber prinzipiell einen weichen Kern hat, weil er ein Kuscheltier dabei hat, muss ja auch vertreten sein. Kameraeinstellungen, die über weite Strecken nicht mehr zu bieten haben, als eine shaky cam, seien hier nur am Rande erwähnt. Durch das Monsteractionfeeling und die lovecraft’schen Cthulhu-Vibes kommt zwar keine Langeweile auf, aber auch Kristen Stewarts solide Schauspielleistung kann nicht darüber hinweg täuschen, dass „Underwater“ nur ein lauer Aufguss bereits bekannter Monsterfilme ist und wohl keinen neuen Kultfilm darstellt. Obwohl der Film über 6 Meilen unter dem Meer spielt, kratzen wir inhaltlich über 90 Minuten lediglich an der Oberfläche.

2.5 out of 5 stars (2,5 / 5)
Underwater – Ist ein neuer Kultfilm erwacht?

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